Brief 1853 11 24 (Schaaffhausen an Schulze)

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Brief an

Datum: 24.11.1853
von: Schaaffhausen
An: Schulze
Transkription von: Dr. Ursula Zängl, ZB MED



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						Bonn, 24 Nov. 1853

Ew. Hochwohlgeboren


kann ich nicht unterlassen für die mir unter dem 9 ten
dieses Monats ertheilte vertrauliche Mittheilung meiner
Beförderung, davon amtliche Anzeige mir gestern zugekommen,
meinen aufrichtigsten Dank zu sagen. Sind auch durch die
Ertheilung einer blosen Titularprofessur meine Erwartungen
nicht befriedigt worden, indem ich nach 11 Jahren der anspruch-
losesten Thätigkeit erst das erreiche, was Andern nach wenig
Jahren zu erlangen vergönnt ist, so habe ich doch die Genug-
thuung, daß meinem alten Vater eine große Freude damit
bereitet worden ist, was ich bei diesem Ereigniß am höchsten
anschlage.

Da ich schon längst Berlin und seine wissenschaftlichen Anstalten
einmal gern wiedergesehen hätte, aber in den letzten Jahren
es vermied, den Schein auf mich zu laden, als wenn ich mich
dort um meine Carriere bewerben wolle, so traue ich mich,
mein Vorhaben nun bald zur Ausführung bringen zu können,
und hoffe, daß mir dann auch das Vergnügen und die Ehre
Ihrer persönlichen Bekanntschaft zu Theil werden wird.

Auch darf ich nun, ohne mich in den Verdacht einer capatio
benevolentiae zu bringen, Ihnen die Grüße meines Vaters
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in Coblenz und meines Schwiegervaters, der Justizrath Lorenz
ebendaselbst, ausrichten, womit mich beide, die sich aus der
Zeit Ihrer amtlichen Stellung in Coblenz noch recht lebhaft
und theilnehmend der freundschaftlichen und geselligen
Beziehungen zu Ihnen erinnern, beauftragt haben.

				Genehmigen Sie die Versicherung
				meiner vollkommenden Hochachtung
				Prof. Dr. H. Schaaffhausen


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